Lange waren Stadt und Land als Peripherie und Zentrum scheinbar getrennte Pole, nicht nur zweier geografischer Orte, sondern zweier Kulturen und Lebensweisen. Einseitige Zuschreibungen von fortschrittlicher Stadt und zurückgebliebenem Dorf haben sich zu Vorurteilen verfestigt. Seit einigen Jahren gibt es nun eine neue Aufmerksamkeit für den Reichtum des ländlichen Raumes. Dennoch schwankt das öffentliche Bild, besonders der ostdeutschen Bundesländer, zwischen Land-Hype und abgehängter, fremdenfeindlicher Provinz.

Der Podcast widmet sich der Verbindung von Stadt und Land mit Blick auf aktuelle Trends und Herausforderungen sowie zukünftige Visionen für die Dörfer Ostdeutschlands. In Gesprächen mit Anwohner*innen unterschiedlicher Orte sprechen wir über Vorurteile, Lebenswelten und Träume. Dabei bringen wir jeweils zwei Menschen aus einem Dorf ins Gespräch und stellen dabei auch die ganz alltäglichen Fragen in den Mittelpunkt: Was macht das Leben hier aus? Wie funktioniert das Zusammenleben? Was verändert sich?

Ländliche Verheißung. Gemeinsam Leben und Arbeiten rund um Berlin stellt Projekte und Menschen vor, die auf je eigene Art kreative Konzepte für ein Leben auf dem Land gefunden haben. Dafür verbindet das Buch Gesellschaftstheorie mit einem Alltagsnahen Blick auf die portraitierten Projekte und Menschen, ihr Engagement, ihre Hintergründe und ihre Organisationsformen. Heutige wie historische Motive der Landsehnsucht, ebenso wie die besondere Geschichte des ostdeutschen ländlichen Raumes lassen ein umfangreiches Bild der gegenwärtigen Situation entstehen, welches das lange Zeit dominante Bild der abgehängten Provinz relativiert. Denn im Gegensatz zu demografischen Entvölkerungsszenarien ist einiges auf dem Land in Bewegung. Die einst hinterlassenen Ländereien sind vielerorts längst verteilt. Wer heute noch nach den Freiräumen für die Realisierung der eigenen Träume sucht, muss sich weiter hinaus wagen. In den peripheren Lagen, wo der Bus nur zweimal am Tag fährt und das Überleben von Dörfern nicht mehr gesichert scheint, gibt es sie noch, diese Freiräume für alternative Lebens- und Arbeitsentwürfe. Ländliche Verheißung besucht die Impulsgeber für veränderte Lebensstile und Hoffnungsträger einer neuen Dorfentwicklung.

Das Buch stellt dabei u.a. die Frage ob es sich bei den MacherInnen um „Kundschafter einer neuen Lebensweise“ – und damit auch um wichtige Akteure für die Entwicklung ländlicher Räume handelt – oder ob die Projekte lediglich Inseln der eigenen Glückseligkeit sind.

Aufbau, Form und Gestaltung der Ländlichen Verheißung laden sowohl PlanerInnen als auch Land-Pioniere und alle interessierten LeserInnen ein, sich ein neues Bild vom Land zu machen.